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Und ich will Euch ein neues Herz und einen neuen Geist in Euch geben und will das steinerne Herz aus Eurem Fleisch wegnehmen und Euch ein fleischernes Herz geben.
Ich will meinen Geist in Euch geben und will solche Leute aus Euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. Hes. 36, 26f.
Veränderung ist möglich
„Das ist mal wieder typisch für Dich.“ „Du änderst Dich wohl nie.“ „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Wir kennen vieler solcher Statements. Oft haben wir sie
schon in Blick auf uns selbst gehört. Oft haben wir sie schon über andere ausgesprochen. Manchmal sind es amüsante Züge, die wir bei anderen Menschen feststellen. Meist sind es aber Wesensarten, die uns bei
anderen zum Seufzen bringen oder uns manchmal sogar richtig wütend machen. „Kannst Du nicht einmal Deine
Socken aufräumen.“ „Immer kommst Du zu spät.“ „Du verstehst mich einfach nicht.“
Gerade die Aussicht, dass sich trotz der vielen Ermahnungen beim anderen nichts ändert, macht uns jedoch hoffnungslos.
Da ist es sehr tröstlich, dass uns in den Versen aus dem Buch Hesekiel ein ganz anderer Wind, ein Wind der Veränderung, entgegen weht. Doch, sagt hier Gott, Veränderung ist möglich. Und
zwar nicht nur eine oberflächliche Verhaltensänderung, sondern ein Wandel, der bis in die Tiefen unserer Person reicht. Der Kontext unserer Verse zeigt, dass Gott zunächst den Zustand seines Volkes Israel
schonungslos beschreibt. Das ganze Tun und Treiben der Israeliten ist verzweifelt böse. Sie haben sich von ihrem Gott ab- und anderen Göttern zugewandt, ihr Lebenswandel ist schlicht mit dem Etikett Unreinheit zu
belegen. Und Gott hatte sein Volk die Konsequenzen seines Lebenswandels ausloten lassen: Sie saßen verloren in der Verbannung in Babylon, ohne Hoffnung auf Veränderung. Doch dann ergreift Gott neu die
Initiative zugunsten seines Volkes. Nicht weil es das verdient hat, sondern weil Gott, Jahwe, der, der mit und für sein Volk ist, die Ehre seines Namens wieder aufrichten will – und weil er sein Volk liebt.
Aus dieser Liebe heraus setzt er zu einer Operation an: Er nimmt das steinerne, das alte, widerspenstige Herz aus ihrem Inneren und pflanzt an diese Stelle ein fleischernes Herz, d.h. ein Herz, das offen ist für
ihn. Und er gibt den Israeliten einen neuen Geist, seinen Heiligen Geist, in ihre Personmitte, damit sie ein verändertes Leben führen können. Genau dies kann und will Gott auch in uns heute tun. ER selbst bewirkt
durch seinen Geist eine Tiefenverwandlung, sodass wir eben nicht immer die Alten bleiben müssen: Die alten Halunken, die bitteren, zornigen Kritikaster, die von Minderwertigkeit Gepeinigten, die von Begierden
Getriebenen, die gefühlskalten Taktiker,die über Leichen gehen. All diese Härte, diese Versteinerungen, diese sündigen Herzenshaltungen nimmt Gott in einer Radikaloperation weg – und er ersetzt sie durch
ein Herz, dass offen ist für ihn, das sein Wesen repräsentiert und das in Liebe, Demut und Selbstlosigkeit den Mitmenschen zugewandt ist. Gott bewirkt dieses Wunder durch seinen Heiligen Geist. Deswegen rühmt ihn
auch die frühe Kirche als den Creator, als den Schöpfer, als den, der etwas ganz Neues, Unerhofftes hervorbringt, das uns zum Staunen bringt, und betete: Komm, Schöpfer Geist!
Rechnen auch wir heute noch mit diesem schöpferischen Geist, der nicht nur uns, sondern auch den Nächsten, der uns mit seinen Marotten auf die Nerven geht, in den unerwarteten Prozess der
Veränderung mit hineinzieht? Feiern wir Pfingsten mit dieser Perspektive der radikalen Neuschöpfungsmöglichkeit durch Gottes Geist? „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung, Kreatur. Das Alte ist
vergangen, siehe etwas ganz Neues ist geworden.“ 2.Kor.5,17.
So bekennt es Paulus und proklamiert damit: Veränderung ist möglich – durch Gottes Geist, der uns quasi in Jesus einpflanzt. Lassen wir uns von dieser Zuversicht anstecken?
Ich möchte uns einladen, uns neu darauf einzulassen, Gottes Geist viel mehr zuzutrauen als bisher. Ihn einzulassen in die Tiefenschichten unserer Person, wo wir wissen, dass wir nicht die
Alten bleiben dürfen. Unsere Mitchristen und Mitmenschen aus den Schubladen zu befreien, in die wir sie gesperrt haben (So ist er/sie eben.), und von Gott zu erwarten, dass er allen bisherigen Erfahrungen zum Trotz
sein Werk der Veränderung an dem anderen tut. Manchmal brauchen wir dabei Geduld: mit uns selbst und mit den anderen. Aber Hoffnung blüht, weil Gott durch seinen Geist schöpferisch am Werk
ist.
JS
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